Gotteshaus

Die Große oder Sankt Nikolauskirche

Gebäude

Warum gibt es in diesem Dorf solch eine große Kirche fragen Sie sich vielleicht? Erstens: Brouwershaven is kein Dorf. Seit 1477 ist es ein Stadt mit – zwar beschränkten – Stadtrechten. Brouwershaven bekam keinen Sessel in der Staaten von Zeeland. Aber Brouwershaven suchte Konkurrenz mit Zierikzee wo auch eine grosße Kirche stand (1832 verbrannt) und die schon einen Staatensessel hat.

Der Bau der Kirche hat wahrscheinlich 1293 angefangen. Das Mittelschiff stammt aus dem Jahre 1325, die Seitenschiffe aus 1400 und das Chor aus dem Ende des 15. Jh. 1573 kam die Kirche in protestantische Hände und ab 1577 was Gerardus Pauli der erste Pfarrer. Von 1608 bis 1873 besaß die Gemeinde zwei Pfarrerstellen. Zur Zeit ist die Kirche (nur während den Sommermonaten weil das Gebäude keine Heizung hat) in Gebrauch der Protestantischen Gemeinde Brouwershaven.

Turm und Glocken

Der erste Vierungturm (eigentlich ein Dachreiter) war aus dem Jahre 1667 und hatte drei Glocken. 1734 wurde der Turm erneuert, in der französichen Zeit geschleift und 1883 neu afgebaut. In Jahre 1932 wurde der Turm vergrößert weil die größte der beiden Glocken nicht darin hängen konnte. Die beiden Glocken sind ein Mariaglöckchen aus 1510 und eine größe, ein Geschenk von Jan von Borssele aus 1604 auf der die Wappen des Geschlechtes Van Borssele, von Seeland und von Brouwershaven stehen.Die Abgüße dieser Wappen sind im Choir an der Nordseite zu sehen. 1943 fürte die Besatzung die Glocken ab, aber sie wurden in einem gesunkenen Schiff im IJsselsee zurückgefunden und 1946 wieder in den Turm gehängt.

Das Portal unter der Orgel war von jeher der Haupteingang. 1500 gab es den Plan hier einen großen Turm zu erbauen. Der Plan wurde nicht verwirklicht. Wohle wurde damals das Portal des Seiteneingangs gebaut.

Der Kirchenraum ist 82,50 Meter lang, 28,50 Meter breit und 14,90 Meter hoch und hat eine prachtvolle eichene Bedachung, die nie ganz zu Ende gefürt worden ist. Die Akustik ist einzigartig, obschon nicht üppig weil die Gewölbe fehlen.

Im Jahre 1779 wurde eine Scheidewand zwischen Chor und Mittelschiff der Kirche errichtet, ein Geschenk von Pfarrer Westerhout, dem das Gedicht „Gedachtenis“ („Gedächtnis“), das im Kirchenraum neben der Orgel hängt, gewidmet ist. Bei der Restauration volendet 1963 wurde diese Scheidewand größtenteils entfernt, wodurch eine prachtvolle Lichtwirkung entstand.

Jede Zunft sollte eines der großen Fenster instandhalten. Die zwei größten Fenster, links und rechts von der Orgel, wurden 1836 infolge eines Sturmes zerstört und zugemauert. Bei der Restauration wurde diese Situation beibehalten.

Orgel

Die Orgel wurde 1557 von Hendrick Niehoff und seinem Sohn Nicolaas aus Herzogenbusch (’s-Hertogenbosch) gebaut. Das Orgelhause wurde 1892 dem Amsterdammer Reichsmuseum verkauft und 1900 zurückgeschenkt. Die rosa Farbe ist eine Rekonstruktion der Farbe die wahrscheinlich im 18en Jahrhundert aufgebracht ist geworden und rund 1900 entfernt ist. Bei der Restauration vom Jahre 1968 wurde das Innenwerk des Hauptwerkes erneuert von den Gebrüder Van Vulpen in Utrecht.Nur das Gehäuse und die größten Prospektpfeifen wurden behalten. Das Rückenpositiv wurde erst später, im Jahre 1980, gebaut weil die Mittel dazu bis dann fehlten.

Das kleine Schiff, das vor der Orgel hängt, stammt aus dem Jahre 1806. Es ist ein Modell eines Begleitschiffes, wie diese 1724 auf der Reede von Brouwershaven lagen um Handelsschiffe zu begleiten.

Kanzel

Die Kanzel aus dem Jahre 1773 ist im Rokokostil, ein Geschenk von Hoobius de Krijger dem das Gedicht über einem der Durchgänge zum Chor gewidmet ist. Sein Name steht auf dem Kanzeldach. Die Kanzelbibel stammt aus dem Jahre 1892.
Der Abendmahlstisch vor der Kanzel mit dazugehörigen Bänken stammt aus ungefähr 1600, wie auch die Bänke um die Pfeiler herum. Die dunkelen Herrenbänke stammen aus 1779. Die übrigen Bänke sind erst seit der Restauration da. Die beiden Kerzenkronen sind aus dem Jahre 1644 und hergestellt von Krijn Andries.Chor
Im Chor stand damals der Hauptaltar, dem Heiligen Petrus uns Paulus gewidmet.In den Nischen standen die Altäre der Zünfte. Oben, auf dem Rande des Gewölbes sind zwei unbeschädigt erhalten gebliebene Holzstatuen, darstellend Nikolaus und Jakobus Maior, bei dem Bildersturm im 16. Jh übersehen.Eine kleine Tür führt zu dem früheren „Brothäuschen“, mit schönem Kreuzgewölbe und schönen Bemalung. Hier wurde früher das Brot unter die Armen verteilt. Später wurde es zu einem großen Kamin in dem die Glut für die Fußwärmer bereitet wurde.

Konsistorialzimmer

Eine schöne eichene Tür mit Beschlag und einem Kreuzbogen führt zu dem Konsistorialzimmer aus der Mitte des 16 Jh. Es hat ein  wunderschönes Netzgewölbe und einen Kamin mit Fliesen und eine geschittene Eichenbedachung aus dem Jahre 1650. Es stehen auch einige Lehnstühle aus jener Zeit da, wie auch ein Eichenschrein und ein Archivschrank.

Die Kirche besitzt ein silbernes Taufbecken aus 1786 und Abendmahlssilber aus der Periode zwischen 1679 und 1786, wovon leider am 30. September 1970 ein Teil gestohlen wurde. All dieses Silber ist erkennbar an Einzelschriften, aus denen hervorgeht, daß es Eigentümer der Protestantischen Gemeinde Brouwershaven sind.

Grabsteine

In der Kirche und um die Kirche herum gibt es viele alte Grabsteine. In dem Raum hinter der Kanzel, in der Richtung zum Chor hin, findet man den Grabstein der Mutter und einer Tante des holländischen Staatsmannes Jacob Cats (1577-1660). Im Chor der prachtvolle Stein der Familie Van Borsselen.

Überschwemmung
Bei der Überschwemmung im Jahre 1953 hat die Kirche schwer gelitten. 1963 wurden eine große Restauration vollendet. Die Mauern waren aber dermassen vom Wasser und Salz befallen, daß es notwendig wurde die Aussen- und Innenseite der Mauern wiederum zu behandeln. Auch das Holz der Bedachung wurde größtenteils ersetzt, weil es stark angegriffen war vom bunten Bohrkäfer. Diese Restauration fand statt von 1991 bis 1994. Nach der Inbetriebnahme wurde die Kirche mit einem Besuch der Königin Beatriz beehrt.